Personenverzeichnis
Anton Lauterbach
Erster Superintendent Pirnas, ein Schüler Martin Luthers
Der lutherischer Theologe und Reformator Anton Lauterbach wurde am 13. Januar 1502 in Stolpen geboren und starb am 18. Juli 1569 in Pirna.
Ab dem Jahre 1517 studierte er in Leipzig, ab 1529 in Wittenberg. Dort wurde er Schüler Martin Luthers, auf dessen Empfehlung er 1533 die Stelle eines Pfarrers in Leisnig erhielt. In
dieser Zeit schrieb er Luther und bat ihn darum, sich für die durch staatliche Gewalt unterdrückten evangelischen Bürger in Mittweida einzusetzen und durch eine öffentliche Stellungnahme Milderung zu erreichen.(siehe auch Briefe Luthers) Anton Lauterbachs handschriftliche Aufzeichnungen von Luthers Tischgesprächen sowie seine Tagebücher von 1538/1539 sind eine wichtige Quelle für die Lebensgeschichte Martin Luthers.
1537 wurde Lauterbach in Wittenberg Diakon. In diese Zeit fällt auch die dort entstandene Freundschaft zu dem Reformator, Humanisten und Pädagogen Melanchthon von welcher ein Brief Melanchtons an Lauterbach von 1539 zeugt. Darin bittet Melanchton Lauterbach mit ihm gemeinsam "von Herzen" und "leidenschaftlich" zu beten, "daß Christus sein Reich in euren und unseren Gemeinden vergrößere, damit Gott durch den rechten Gottesdienst, durch die Erkenntnis der wahrhaftigen Lehre und durch wahren Glauben geehrt werde." ("Precamur ex animo, ut Christus regnum suum in vestris et nostris Ecclesiis augeat, ut vero cultu, verae doctrinae cognitione, vera fide Deus colatur. Hoc ut ardentius optare debeamus, tempora nos monent.")
In diesem Jahr übernahm Lauterbach das Amt des ersten evangelischen Superintendenten in Pirna. In einer lateinischen Bibel vom Jahre 1544 findet sich auch díe älteste Nachricht über die Kirchenbibliothek in Pirna. Philipp Melanchthon hat sie mit einer Widmung versehen 1559 an den Anton Lauterbach gesandt. Diese beinhaltet, daß die in der Kirche zu Pirna befindlichen Bücher auf Veranlassung des Stadtrates und frommer Personen gekauft worden seien, damit sie besonders den Geistlichen, die größere Werke nicht selbst erwerben könnten, zur Verfügung stünden.
Die Lauterbachstraße erinnert in Pirna heute an seinen Namen.