Personenverzeichnis

Pol Cassel

Ein Maler und Grafiker der Klassischen Moderne

Pol Cassel (Paul Ernst Karl Cassel)  wurde am 17. März 1892 in München geboren und starb am 9. September 1945 in Kischinew.

Pol Cassel ist heute nur unter Kunsthistorikern bekannt. Dabei erfreute sich der Maler und Grafiker in den 1920er Jahren in Dresden hoher Wert schätzung. So heißt es in einer Aus stellungs kritik des Dresdner Anzeigers im Dezember 1929: „Hier sind denn auch die drei Gemälde dessen ausgestellt, der wohl – unser Urteil bestätigt sich immer wieder – das Eigenste und persönlich Bedeutendste beige tragen hat. Hier spricht eine Malerpersönlichkeit, auf die Dresden stolz sein kann.“
Der 1892 in München geborene Paul Ernst Karl Cassel erhielt zwischen 1907 und 1914 seine Ausbildung an den Kunstgewerbeschulen in Erfurt und Dresden. Nach Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg 1918 schloss er sich dem Freundeskreis um Conrad Felixmüller an, zu dem auch Otto Griebel, Otto Dix und Elfriede Lohse-Wächtler gehörten. Cassel wurde jedoch nicht Mit glied der Künstler vereinigung „Dresdner Sezession 1919“. 1921 zog er mit seiner Frau Susanna
und seinem erst geborenen Sohn Ra von Dresden nach Wehlen. In einem abgelegenen Steinbruch oberhalb von Zeichen ent standen in seinem Sommeratelier jene Natur stücke, Tier bilder, Blumenstillleben und stimmungs vollen Landschaften, in denen der Maler avantgardistische Strö mungen seiner Zeit mit dem unmittelbaren Naturerlebnis zu ausdrucksstarken Bildern verarbeitete. Diese ganz eigene Synthese, verbunden mit einer originellen Farbig keit, verschaffte ihm eine Sonderstellung in der Dresdner Kunst der 1920er Jahre. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten beendete 1933 Cassels Karriere. Seine Kunst wurde als entartet eingestuft. In den Ausstellungen „Spiegelbilder des Verfalls“ 1933 im Lichthof des Dresdner Rathauses und „Entartete Kunst“ 1937 in München war Pol Cassel vertreten. Gleichzeitig isolierte der Eintritt in die NSDAP den Maler in seinem Freundeskreis um Otto Dix, Edmund Kesting und Eugen Hoffmann.
Die erhoffte Anerkennung von offizieller Seite blieb ihm verwehrt und damit hielt
der materielle Notstand für sich und seine Familie an. Er musste seinen Lebensunterhalt als Arbeiter in den Steinbrüchen verdienen, bis er 1939 beim Wasserbauamt in Pirna dienstverpflichtet wurde. Im März 1944 zum Kriegsdienst eingezogen, verstarb er 1945 in russischer Kriegsgefangenschaft. Ein Neu anfang war Cassel damit verwehrt und so geriet er nahezu in Vergessenheit. Erst die
Kunst ausstellung Kühl in Dresden erinnerte 1962 und 1992 an den einst gefeierten
Maler. 
Quelle: www.erlpeter.net



Konzept, Idee & Technische Umsetzung Computer Stephan & Vii-sionar.Media Design Manufaktur